Archi a San Biagio Platani

Die alte religiöse Tradition der „Brotbögen“ ist ein Ereignis, das in San Biagio Platani am Ostersonntag gefeiert wird und seine Wurzeln in einer Tradition des 18. Jahrhunderts hat: der Errichtung echter architektonischer Werke, bestehend aus zwei großen Fassaden und zwei gegenüberliegenden, über zehn Meter hohen Alleen.

Unter allen Feierlichkeiten zu Ostern ist jene von San Biagio Platani sicherlich eine der eindrucksvollsten.
Die Verehrer der Madonna und des Herrn treten am Ostersonntag in einen freundschaftlichen Wettstreit, wenn sie die Aufgabe haben, die Dekorationen anzufertigen, die die Hauptstraße der Stadt schmücken sollen: Mosaike, architektonische Strukturen und Brunnen, die biblische Szenen zu Ehren der Auferstehung Christi darstellen.
Diese Verzierungen werden – sorgfältig und mit großer Hingabe – aus verschiedenen Getreidesorten und pflanzlichen Materialien hergestellt. Daran arbeiten zwei Gruppen von Gläubigen, die zwei unterschiedlichen Bruderschaften angehören: der des Heiligsten Sakraments und der des Heiligen Rosenkranzes.
Alles geschieht im Geheimen, und das Ergebnis dient dazu, die Hauptstraße zu schmücken, Schauplatz des Treffens zwischen dem auferstandenen Christus und seiner Mutter.

Aus dieser Tradition entstanden die beiden Bruderschaften, die Madunnara und die Signurara, die Jahr für Jahr mit großer Leidenschaft dieses wunderbare Fest erneuern. Diese Aufteilung des Dorfes führt nicht zu einer feindseligen Rivalität, sondern zu einem lebhaften und fesselnden Wettbewerb, der in der Nacht zum Samstag endet, wenn jede Bruderschaft ihren Abschnitt der Straße fertigstellt.

Die Vorbereitung
Die Vorbereitungen beginnen mehrere Monate vor Ostern und erfordern große Mengen an Materialien, die allesamt aus der Natur stammen. Besonders verwendet werden: Rohr, Weide, Spargel, Lorbeer, Rosmarin, Getreide, Datteln und Brot – jedes davon reich an symbolischer Bedeutung.
Der wichtigste Teil sind die zentralen Bögen, der historische Ursprung der ganzen Veranstaltung. Unter ihnen findet am Ostersonntagmorgen das Treffen zwischen dem auferstandenen Jesus und der Madonna statt.

Der Eingang stellt die Fassade einer Kirche dar, die Allee das Kirchenschiff und der Bogen am Ende den Altarraum. Die religiöse Bedeutung der Osterbögen ist klar: Sie symbolisieren den Triumph Christi über den Tod.

Die Dekorationen
Jedes Jahr stellen sich die Kunsthandwerker der Herausforderung, neue Strukturen und Dekorationen zu erschaffen, inspiriert von historischen Architekturen und stets mit neuen Ideen.
Auch dieses Jahr ist mit der Ankunft des Osterfestes die beeindruckende szenografische Maschine der „Brotbögen“ in Gang gesetzt: Bögen, Tore, Kuppeln, Brunnen, Mosaike und Ornamente, die das poetische Stadtbild schmücken und bereichern werden.

Heute hat sich vieles verändert: Auch wenn die religiöse Bedeutung fortbesteht, dienen die Osterbögen zunehmend dazu, eine große Zahl an Einwohnern und Besuchern anzuziehen, die dieses religiöse, kulturelle und künstlerische Schauspiel erleben möchten.

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