arancina sicilia sciacca

Wer durch Sizilien reist, sollte sich nicht wundern, wenn er Menschen sieht, die im Gehen essen – beim Einkaufen auf dem Markt oder während sie über Geschäftliches oder über die Liebe sprechen.


Hier isst man zu jeder Uhrzeit und mit den Händen, am besten mit den Fingern.
Es handelt sich meist um kleine, schnelle Gerichte, oft frittiert oder über der Glut zubereitet, die im Freien gekocht werden und dem Zahn der Zeit standhalten – auch perché sie traditionell zu den typischen Speisen gehören.
Dieses Essen erinnert an die Küche zum Mitnehmen oder zum Sofortverzehr, wie man sie bereits im Thermopolion der griechischen Städte Siziliens kannte: Take-away und Fast Food entstanden auf der Insel vor über zweitausend Jahren.

Heute spricht man von “Straßenküche” oder von den “Buffittien”, abgeleitet vom französischen buffet, und sie gehört zur großen sizilianischen Küche – ja, sie ist sogar ihre älteste und edelste Form.
Man findet sie noch immer in den alten Märkten, in den Gassen und kleinen Plätzen der Küstenstädte wie Catania, Syrakus oder Agrigent. Ihren Höhepunkt erreicht sie jedoch in Palermo, wo sie einem festen Ritual und präzisen Zeiten folgt, die sich seit Jahrhunderten nicht verändert haben.

Für die Sizilianer war Essen schon immer mehr als nur körperliche Nahrung: es ist Befriedigung des Geschmacks.
In Sizilien ernährt man sich nicht einfach – man isst und veredelt damit ein Bedürfnis des Geistes.

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